Gestern bin ich auf den Lofoten und auf dem Campingplatz Moskenes angekommen. Heute wollte ich nur kurz einkaufen gehen und bin mit dem Velo los. Gut 2 KM bis zum Supermarkt. Die Fahrt dorthin, sozusagen auf die andere Seite des Hafens und in die nächste Bucht war so schön, dass ich noch weiter bin. Ein kleines Fischerdörfchen, mit einem Fischereimuseum und eine uralten, traditionsreichen Bäckerei. Hier wird noch in einem uralten Steinofen gebacken. Wer mich kennt weiss, ich liebe Süsses von einem guten Bäcker. Natürlich gab es die obligatorische, norwegische Zimtschnecke und noch ein Teilchen mit Aprikose. Und die Bäckerei kann wirklich was!
Am Nachmittag wollte ich mal wieder mein Anglerglück testen. Die erste Kletterpartie über Felsen ans Ufer wurde irgendwann zu gefährlich und ich bin zurück zum Campingplatz. Enttäuscht, denn gemäss Meerestopografie war dort eine Abrisskante die tief runter ging, wo sich gerne Pollack und Co. aufhalten. Also mal bei der Rezeption nachgefragt wo man angeln kann und er schickte mich zu einer anderen Stelle und meinte, nicht ganz so gefährlich zum klettern, das klappt schon. Ok, ja es ging aber war nicht ohne. Unten angekommen wollte ich, nachdem ich bei den letzten Angelversuchen 4-5 meiner teuren Köder am felsigen Meeresgrund oder im Seetang verloren habe, nicht gleich wieder einen teurer Köder verlieren. Insbesondere da ich das Seegrass schon gesehen habe. Also habe ich den billigsten Blinker, den ich gestern bei einem Discounter im Angebot für umgerechnet 1.50CHF mitgenommen habe, an die Schnur gehängt und los ging es. Bereits nach 10 Minuten hing was ordentliches an der Leine, doch nach 2 Minuten Kampf konnte er sich losreissen. Also weiter. Weitere 10 Minuten hat was richtig ordentliches angebissen. Das Biest hat gezogen und Kopfschläge gemacht, dass sich die Rute gebogen hat. Zur Erinnerung, mit 15 Jahren habe ich zuletzt geangelt und da war ich happy wenn die Forelle über 20cm war. Kurz vor dem Ufer konnte ich dann sehen, was an der Leine hieng. Ein Pollack, wie es der Typ von der Rezeption vorhergesagt hat. 69cm und einiges auf den Gräten. Was ein Fang. Der grösste Fang den ich bisher rausgezogen habe. Doch das ist auch ein Problem, das man zum Glück gut lösen kann, denn der Fisch ist zuviel für mich allein und aus Respekt vor dem Tier lässt man sowas nicht verkommen. Und so durften sich meine Campingnachbarn, mit denen ich dann zu Abend gegessen habe, ebenfalls über fangfrischen Fisch freuen. 5 Personen wurden satt und freuten sich über so fangfrischen Fisch. Auf der Haut gebraten konnte man das Fleisch einfach von der Haut abstreifen. Und nach dem Essen gab es vom Schweizer Nachbar als Merci, neben dem Moretti Bier, noch ein Glässchen japanischen Whisky. Alle waren happy und es kann so einfach sein, eine gute Zeit miteinander zu haben.
Und merci Sue, für die selbstgestrickten Merino Socken. Perfekt, wenn es am Abend kühler wird. I love them!
Kurz um, ein mega Tag. Tolle Eindrücke, leckere süsse Teilchen, ein riesen Fang und einen schönen Abend mit tollen Campingnachbarn. Life can be so good! Mal schauen was die nächsten Tage noch so bringen.